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Langzeitportraits 2020

Die Langzeitportraits sind Teil des Fotoprojektes Altersbilder. Bei den Langzeitportraits werden 11 Frauen und Männer, die zu Beginn des Projektes zwischen 50-70 Jahre alt sind, auf ihrem Weg in das Alter begleitet. Inzwischen hat das vierte Jahr begonnen und wir blicken auf drei erlebnisreiche Jahre zurück.

Anfang 2020 ahnte jedoch niemand, welche Veränderungen auf alle Teilnehmer/innen zukommen würden. Inzwischen leben wir schon etliche Monate mit dem Coronavirus und befinden uns in einem weiteren Lockdown. Entsprechend nimmt das Thema Corona auch einen Teil im diesjährigen Interview ein. Zu Weihnachten wurde ein schriftliches Kurzinterview geführt. Alle Teilnehmer/innen sind bisher ohne eine Corona- Infektion durch das Jahr gekommen.


Aus den Interviews 2020

  • Corona hat meine Leben verändert. Alle meine Reisepläne für dieses Jahr musste ich einstellen. Sportlich bleibe ich in Bewegung mit Fahrradfahren. Ansonsten zentriert sich mein Leben im Lockdown überwiegend zu Hause auf das Kochen und gemeinsame Abendessen mit meinem Partner. Ich würde gerne mal wieder ins Theater gehen.
  • Corona hat mein Lebensjahr verändert. Ich bin Krankenschwester und musste immer vor Ort sein. Zur Zeit bin ich durch einen schweren Bandscheibenvorfall zu Hause und habe kaum Kontakte nach aussen.Es hat lange gedauert, bis ich wieder schmerzfrei war. Ich werde dieses Jahr das erste Mal Oma und freue mich sehr darüber. Es ist eine großartige Veränderung in meinem Leben.
  • Corona hat meine Leben völlig verändert. Ich mache Musik. Das ist ein großer Teil meines Lebens, den ich nun kaum wahrnehmen kann. Es gibt keine Veranstaltungen, keine Proben mit den anderen. Ich fühle mich sehr eingeschränkt. Sportlich bin ich weiter aktiv. Gesundheitlich traf mich eine unvorhergesehene körperliche Beeinträchtigung, mit der ich jedoch gut umgehe.
  • Corona hat vieles verändert. Ich war lange zuhause, habe einen neuen Job, eine neue Liebe und musste viele Entscheidungen treffen. Meine persönlichen Kontakte sind sehr eingeschränkt. Fußball war und ist für mich immer noch ganz wichtig. Es stabilisiert mich, ist aber nicht einfach zu realisieren in diesen Zeiten. Ich würde schon mal wieder gerne abends weggehen.
  • Mir geht es gut. Es gibt viele Einschränkungen, gerade was die Märchenauftritte und Hochzeiten (freieTraureden) betrifft. Alles wird abgesagt. Ich gehöre zur Risikogruppe und kann damit leben. Mir wird mein Alter noch einmal bewusst. Ich bin jetzt 70 Jahre alt und kann vielleicht noch ein paar Jahre große Reisen machen. Das geht nun nicht. Da läuft mir die Zeit weg.
  • Gesundheitlich geht es mir gut und meine Medikamente sind alle unverändert. Meine Hände sind beweglich und das macht mich glücklich. Ich jobbe, habe ein „neues altes“ Hobby wieder begonnen, das Moped fahren und bin inzwischen bei den Sportschützen. Haus und Hof halten mich fit. Ansonsten schränkt Corona natürlich einiges ein.
  • Für mich ist im Moment die Zeit der Trauer im Vordergrund, da meine Mutter verstorben ist. Ich befinde mich in der Trauerphase und löse zudem gerade die Wohnung und den Haushalt auf. Durch Corona finden keine Begleitungen durch die Hospiz-Initiative statt. Wir versuchen da ganz kreativ zu sein. Wir lesen Geschichten vor, die wir aufnehmen, damit die Kinder, die wir betreuen, wenigstens weiter unsere Stimmen hören können und ein Kontakt bestehen bleibt.
  • Die Einschränkungen durch Corona sind groß. Ich gehöre zur Risikogruppe und mein Mann auch.Es ist schwer, eine Balance zwischen den Kontakten zu den Kindern und Enkelkindern zu finden. Mir wird mein eigenes Leben noch einmal bewußter und ich merke, ich werde „lauter“. Ich muss wichtige Dinge in meinem Leben umsetzen und verändern. Hunde sind weiterhin ein wichtiger Teil meines Lebens. Durch Corona hatten wir dieses Jahr keine Welpen wie eigentlich geplant. Mal sehen, wie es im nächstes Jahr wird.
  • Für mich war das Jahr trotz Corona sehr gut. Meine Arbeit mit und an meinen Büchern stand im Vordergrund und ich konnte mich voll darauf konzentrieren. Durch Corona und den Lockdown habe ich ansonsten sehr zurückhaltend gelebt.
  • Eine neue Arbeit in Zeiten von Corona zu beginnen, ist schon nicht ganz einfach. Aber mir geht es gut und bin froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Der Anfahrtsweg ist allerdings sehr lang und ich bin am überlegen, wie und welche Lösungen sich da eventuell für mich anbieten. Durch die langen Fahrtzeiten ist die Woche mit Fahrt und Arbeit voll ausgelastet und es bleibt nur das Wochenende für alles, was sonst noch so anfällt. Das war schon eine Umstellung. Ich habe meinen Segelschein gemacht und konnte segeln gehen.
  • Ich fühle mich sehr müde. Corona und Schule ist nicht einfach.Viele Kollegen sind erkrankt oder in Quarantäne. Der Schulbetrieb war völlig anders und Schule online stellt einen auch vor ganz neue Herausforderungen. Es gibt zeitlich gar kein Ende, um das Alles gut vorzubereiten. Trotz der aktuellen Situation muss ich mich schon wieder für eine weitere Anstellung im nächsten Jahr bewerben oder freiberuflich weiter arbeiten. Für die Zukunft reicht mein Rentenanspruch nicht aus.

Weihnachten 2020

Für die meistenTeilnehmer/innen war dieses Jahr Weihnachten anders als sonst. Familientreffen waren reduziert auf ein Treffen mit den Kindern. Große Familientreffen fielen aus, auch wenn es nicht immer leicht fiel.

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